Sechs Bezirksmeister aus sechs Vereinen

48. Bezirksmeisterschaften in Emsdetten

Samuel Schwarz vom THC Münster ist Bezirksmeister bei den Herren. © Bezirk Münsterland

Münsterland. Vielfalt und Harmonie zeichneten die 48. Tennis-Bezirksmeisterschaften aus, die vom 8. Juli bis 11. Juli auf der Tennisanlage des TV Emsdetten ausgetragen wurden. Nach rund 27 Stunden Spielzeit an vier Tagen standen die sechs Bezirksmeister fest und sie kamen alle aus verschiedenen Vereinen (THC Münster, TC Deuten, Dorstener TC, TC GW Burgsteinfurt, TC Nordwalde 1921, TSV Westfalia Westerkappeln). Insgesamt hatten 76 Spielerinnen und Spieler für die Bezirksmeisterschaften gemeldet, erstmals ermittelten auch die Herren 30 ihre Titelträger.

Das Finale der Herren war eine reine Angelegenheit von Spielern des THC Münster. Dabei sah zu Beginn des Spieles alles nach einem Sieg des an Nummer eins gesetzten Niklas Kammer aus, der den ersten Satz souverän mit 6:2 gewann. Doch mit zunehmender Spielzeit fehlte den Schlägen von Kammer die Präzision. Samuel  Schwarz, an Nummer 3 gesetzt, entpuppte sich in dem zweistündigen Match als Lauf- und Konditionswunder und hatte nach dem 6:2 im zweiten Satz im alles entscheidenden dritten Satz keine Mühe, diesen auch mit 6:2 zu gewinnen.  Die Freude beim gebürtigen Düsseldorfer war groß: „Vor zwei Jahren hatte ich das Viertelfinale bei den  Bezirksmeisterschaften erreicht und jetzt hat es endlich mit dem ersten Titel bei den Herren geklappt, sagte Schwarz freudestrahlend.“

Bei den Damen setzte sich die Favoritin Anna Beßer vom TC Deuten gegen die an Nummer 2 gesetzte Alexa Volkov (TC Union Münster) glatt in zwei Sätzen durch (6:2, 6:1).  Zweimal trafen die beiden Spielerinnen bisher aufeinander. 2019 hatte Beißer bei den  Westfalenmeisterschaften der Jugend noch das Nachsehen, dieses Mal krönte sie ihre gute Turnierleistung mit dem Bezirksmeistertitel. Die Nummer 170. der deutschen Rangliste überzeugte durch ihr aggressives und offensives Spiel. Vor allem mit ihren harten platzierten Vorhandschlägen aus allen Positionen hatte ihre Gegnerin Volkov große Probleme. Im Halbfinale hatte Beßer ihre Vereinskollegin und die an Nummer 3 gesetzte Hannah Eifert in zwei Sätzen bezwungen (6:4,6:0). Volkov hatte  sich im Halbfinale mit 6:4 und 6:0 gegen die an Nummer 4 gesetzte Julia Niemeyer (TV Warendorf) durchgesetzt.

Erstmals spielten auch die Herren 30 um die Bezirksmeisterschaft.  Acht Spieler aus sechs Vereinen hatten gemeldet. Bastian Beck (Dorstener TC), an Nummer eins gesetzt, hatte keine Probleme beim Zweisatz-Sieg (6:1, 6:0) gegen Tobias Wenker (Heeker TC), der überraschend den an Nummer zwei gesetzten Patrick Rudzki (TC Union Münster) nach drei hart umkämpften Sätzen im Halbfinale ausgeschaltet hatte.

Die Damen 40 Konkurrenz hatte in diesem Jahr besonders viel Anziehungskraft. Es konnten nämlich nicht alle Spielerinnen zugelassen werden, da in jedem Feld nur maximal 16 Spielerinnen zugelassen wurden. Eine Überraschungssiegerin gab es in  dieser Altersklasse: Stephanie Beimforde (TSV Westfalia Westerkappeln) brachte bei ihren zweiten Teilnahme an Bezirksmeisterschaften das Kunststück fertig, alle TOP 3 gesetzten zu bezwingen: Im Viertelfinale hatte die an Nummer 3 gesetzte Petra Janssen (TC GW Burgsteinfurt)  in zwei Sätzen das Nachsehen. Im Halbfinale setzte sich Beimforde gegen die an Nummer zwei gesetzte Helga Lamfermann (TC Grün Weiß Reckenfeld) knapp im Match Tiebreak durch (3:6, 6:2, 10:3). Im Finale profitierte Beimforde von der verletzungsbedingten Aufgabe beim Stand von 2:2 der an Nummer eins gesetzten Katja Flüthmann (TC Grün-Weiß Neuenkirchen).

Wer im Viertelfinale den Top-Favoriten aus dem Turnier wirft, der hat es auch verdient, Bezirksmeister zu werden. Rudolf Hagmann (TC GW Burgsteinfurt) schaffe es, die Nummer eins Jörg Demes (TV RW Vreden) in zwei Sätzen zu besiegen und ebnete sich dadurch den Weg ins Finale. Matthias Bieling vom THC Münster, an Nummer 3 gesetzt, und Hagmann schenkten sich in einem ausgeglichenen Spiel nichts. Nach dem 7:5-Sieg im ersten Satz lag Hagmann im zweiten Satz schon mit 0:3 zurück, und schaffte noch den Satzgewinn (6:4) und sicherte sich erstmals einen Bezirksmeistertitel.

Die Herren 60 Konkurrenz wird seit Jahren von den Spielern des TC Nordwalde 1921 dominiert. Das war auch in diesem Jahr nicht anders. Ausdauer und Stehvermögen zeigten die Finalisten Norbert Markmann und Andreas Kleinmann. Sie lieferten den Zuschauern in einem dreistündigen Marathonmatch beste Tennisunterhaltung. Am Ende setzte sich Kleinmann im dritten Satz im Match Tiebreak mit 10:7 durch folgte damit Titelverteidiger Thomas Kittner (TC Nordwalde). Diesen hatte Kleinmann bereits im Halbfinale, ebenfalls im Match Tiebreak, ausgeschaltet. 

Insgesamt konnten bei allen 70 Spielen der Hauptrunde bei den Bezirksmeisterschaften fünf Spiele aufgrund von Verletzungen einzelner Spieler nicht zu Ende gespielt werden. Schwere Verletzungen gab es keine. Barbara Niemeyer, Vorsitzende des Tennisbezirks Münsterland, sowie Turnierleiter und Sportkoordinator Ludger Niehoff, zogen insgesamt ein positives Resümee. Sie lobten vor allem die Gastgeber des Tennisvereins Emsdetten: „Wir haben hier perfekte Bedingungen mit acht hervorragenden Plätzen, einer Tennishalle und einem engagierten Organisationsteam“, lautete ihr Fazit. Der TV Emsdetten kann sich jetzt schon auf das 100jährige Bestehen im Jahr 2023 freuen. Dann werden, so Niemeyer, die 50. Bezirksmeisterschaften in Emsdetten ausgetragen. Ein Jahr zuvor, im Jahr 2022, finden die Titelkämpfe aus Anlass des 125jährigen Bestehens beim TV Warendorf statt.

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